Es ist Freitagnachmittag, die gläubigen Muslime der Stadt sind vom Gebet zurück, die gläubigen Juden treffen die letzten Vorbereitungen für den Sabbat. Auch Walter Benjamin, Jude, aber nicht gläubig, ist vorbereitet. Er hat dabei:

das Antibiotikum,
das Mittel gegen die Phantomschmerzen,
die Tabletten gegen die Angst,
die Thrombosespritzen,
das Pflaster gegen den Grundschmerz,
die Kapseln gegen den Akutschmerz.

Die Medikamente stecken in drei Papiertüten, “Freitag”, “Samstag”, “Sonntag”. Walter Benjamin ist guter Dinge. Noch 26 Treppenstufen bis zum Wochenende.

Am besten, riet die Krankenschwester, nimmst du eine von den Akutkapseln, bevor du raufgehst.

Walter Benjamin, 47 Jahre alt, bis zum 22. März dieses Jahres, 7.58 Uhr, Chef einer Partnervermittlungsagentur, seitdem Attentatsopfer auf der Suche nach einer Zukunft für sich und die Welt, hat Heimaturlaub. Jetzt, an diesem Freitag im Mai, darf er für zwei Tage sein Zimmer im Krankenhaus gegen seine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Ixelles tauschen. Ein Jugendstil-Altbau, im ersten Stock: vier Zimmer, zwei Erker, ein Hund. Seit zwei Monaten hat Walter Benjamin nur noch ein Bein, das linke, und das ist, sechsfach gebrochen, in ein Metallgestell eingespannt. Rechts trägt er seit zwei Tagen eine Prothese…

Im Anschluss an Zeit.de

Frankreich hatte eine solche zentrale Anlaufstelle bereits in den 80er Jahren eingerichtet. Die beiden Belgier, die jetzt den Verein zur Unterstützung von Terroropfern ins Leben gerufen haben, sehen in so einer zentralen Anlaufstelle gerade für Belgien viele Vorteile. Es würde den Angehörigen von Terroropfern ermöglichen, nur einen einzigen Ansprechpartner zu haben, der sich um alles kümmert….

Im Anschluss an BRF.be

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Am Flughafen Zaventem und in der U-Bahnstation Maelbeek kamen bei den Anschlägen im März 32 Menschen ums Leben, 340 wurden zum Teil schwer verletzt. Die seelischen Wunden sind bei vielen Betroffenen noch längst nicht verheilt, doch auch körperlich müssen einige kämpfen. Jeden Tag aufs Neue.

Es sind unerträgliche Schmerzen, die Laurens verspürt, wenn die Pfleger seine Beine berühren. Der 22-Jährige war am Morgen der Anschläge im Flughafen Zaventem und wollte nach Schweden fliegen, um dort seine Freundin zu besuchen. Dann explodierten die Bomben in der Abflughalle.

Die Brandverletzungen im Gesicht sind inzwischen größtenteils verheilt, doch die herumfliegenden Metallsplitter der Rohrbombe haben seine beiden Beine buchstäblich zerfetzt. „Meine Beine sind teilweise für immer verloren“, erklärt Laurens im Interview mit der VRT.

Er habe in der Vergangenheit zwar schon im Fernsehen von einer Rohrbombe gehört, jetzt verspüre er aber am eigenen Leib, was diese „Drecksäcke“ in die Bombe gesteckt haben….

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